Information zur Grippesituation

21. Oktober 2009
Qualinet-O.

„Quali-Net O.“-Ärzte schlagen Alarm - Infos für Politik und Patienten

Das Quali-Net O. möchte seinen Patienten und allen interessierten Bürgern durch die nachfolgende Übersicht einen kurzen Überblick zur aktuellen Grippesituation geben.
Selbst Fachleuten fällt es aktuell schwer, die häufig widersprüchlichen Angaben in Presse und anderen Informationsmedien zu überblicken. Die nachfolgenden Erläuterungen sind daher klar unterteilt in die beiden wesentlichen Grippeinfektionen, die uns in Mitteleuropa z. Z. drohen, d. h. erstens die bekannte und jährlich wiederkommende sogenannte „saisonale Influenza“ und zweitens die „neue Influenza“, auch als Schweinegrippe oder Mexikogrippe bezeichnet, die im Wesentlichen für Diskussionsstoff sorgt.

Saisonale Influenza (sog. „Normale Grippe“)

Die saisonale Influenza ist eine durch Influenzaviren hervorgerufene Infektionskrankheit, mit der wir alle bereits seit vielen Jahren konfrontiert sind. Sie tritt meist zum Beginn der kalten Jahreszeit ab Oktober / November auf, am häufigsten in der Zeit von Januar bis März.
Bei der saisonalen Influenza handelt es sich um eine sehr ansteckende Erkrankung, die durch Tröpfcheninfektion weitergegeben wird. Winzige Flüssigkeitspartikel, die von infektiösen Personen ausgehustet werden, können von anderen Personen aufgenommen werden, was dann eine Übertragung der Infektion sehr wahrscheinlich macht.
Die Symptome der saisonalen Influenza sind in der Regel recht schwerwiegend. Der Betroffene fühlt sich 1 – 3 Tage nach der Ansteckung plötzlich sehr krank, wobei Kopfschmerzen, trockener Husten, allgemeine Schwäche und Gliederschmerzen sowie Fieber im Vordergrund stehen. Gelegentlich können auch Halsschmerzen und Schnupfen vorkommen, jedoch stehen diese typischen Erkältungssymptome eher im Hintergrund. Ein ausgeprägter Schnupfen und langsamer Krankheitsbeginn, insbesondere mit Schnupfen und Halsweh sprechen eher für eine gewöhnliche Erkältung als für eine echte Grippe.
Für Menschen mit normalem und starken Immunsystem stellt die saisonale Grippe zwar eine erhebliche Belastung, jedoch in der Regel keine wirkliche Bedrohung dar. Für vorerkrankte Personen, insbesondere alte Menschen, Herzkreislauf-Erkrankte, Atemwegs-Erkrankte und Diabetiker kann jede saisonale Grippeinfektion hochgefährliche Komplikationen wie z. B. Lungenentzündungen nach sich ziehen.

Diese Personengruppen sind daher dringend aufgefordert, sich wie jedes Jahr jetzt in der Herbstzeit bei ihrem Hausarzt gegen die saisonale Influenza impfen zu lassen.
Jährlich neue Impfungen sind deswegen notwendig, weil die Erreger der saisonalen Influenza sich von Jahr zu Jahr leicht verändern, so dass der Impfstoff immer wieder entsprechend angepasst werden muss.
Nach einer Impfung besteht jedoch ein zuverlässiger Impfschutz von etwa 90 – 95 %.

Lt. Empfehlungen der ständigen Impfkommission sollten sich folgende Personen gegen die saisonale Influenza impfen lassen

  • Personen über 60 Jahre
  • Sämtliche Personen mit chronischen Grunderkrankungen wie Asthma, COPD, Herzerkrankungen, Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen, Diabetes, anderen Stoffwechselerkrankungen, bösartigen Leiden, HIV Infektionen sowie Personen in Alten- oder Pflegeheimen.
  • Personen mit erhöhter Gefährdung wie medizinisches Personal und Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr.
  • Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögel.
  • Bei Schwangeren kann eine Impfung erwogen werden, da bekannt ist, dass Schwangere im 2. und 3. Schwangerschaftsabschnitt empfindlicher auf eine saisonale Grippeinfektion reagieren.

Darüber hinaus sollte jeder während der Grippesaison, d. h. ab dem Monat Oktober / November vermehrt auf die persönliche Hygiene achten. Dies heißt vor allem mehrfach tägliches Händewaschen mit Seife, Hustendisziplin bei Erkrankungen der Atemwege (Husten in die Ellenbeuge) und konsequentes Auskurieren einer Infektionserkrankung der oberen Atemwege (so lange noch entsprechende Symptome mit Husten und Schnupfen bestehen).

Sollten sich trotz Vorsichtsmaßnahmen entsprechende Krankheitssymptome zeigen, informieren sie ihren Hausarzt bitte telefonisch, damit Sie beim Aufsuchen der Praxis nicht unnötig andere Patienten gefährden. Der Hausarzt kann dann entscheiden, ob und welche Therapie bei Ihnen sinnvoll und notwendig ist. Gegen die saisonale Grippe haben wir Medikamente zur Verfügung (Tamiflu / Relenza), die den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen können, deren Wirkung jedoch auch nicht überschätzt werden darf.

Die Teilnahme der o. g. „vermehrt gefährdeten Personen“ an den jährlichen Impfmaßnahmen wird vom Quali-Net O. dringend empfohlen.

Neue Influenza (sog. „Schweinegrippe“)

Bei der sogenannten neuen Grippe handelt es sich um eine Infektionskrankheit durch Viren, welche den Erregern der saisonalen Influenza zwar ähnlich sind, sich von diesen jedoch andererseits deutlich unterscheiden. Erstmalig wurden diese Erreger in Mexiko beobachtet, wo sie sich wahrscheinlich in Schweinen zu ihrer jetzigen Form entwickelt haben. Hieraus erklären sich auch die verschiedenen Namensgebungen für diese Form der Grippe. Auch bei der neuen Grippe handelt es sich um eine Infektionskrankheit, welche durch Tröpfchen übertragen werden kann. Die Ansteckungsgefahr ist somit ähnlich hoch wie bei der saisonalen Influenza.
Erfreulich aber problematisch zugleich ist, dass die neue Influenza wesentlich mildere Krankheitssymptome verursacht als die klassische saisonale Influenza. Das heißt, die Betroffenen haben zwar in der Regel Fieber über 38°C und Beschwerden der Atemwege mit Husten, seltener Halsschmerzen und Schnupfen, in Einzelfällen auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, die Unterscheidung von einer gewöhnlichen Erkältungskrankheit ist dadurch aber wesentlich schwieriger.
Betroffene mit den o. g. Symptomen sollten umgehend Kontakt mit ihrem Arzt aufzunehmen, um sich beraten zu lassen. Dies geschieht am besten telefonisch, damit andere Patienten nicht angesteckt werden. In Abhängigkeit der geschilderten Symptome wird der Arzt dann entscheiden, ob die Beschwerden typisch sind und wie weiter vorzugehen ist. Der direkte Nachweis der Krankheitserreger mittels Nasenabstrich kann bei spezifischen Risikopatienten sinnvoll sein, sofern ein solcher Test auch rasch verfügbar ist. Darüber hinaus wird die Frage der Behandlung mit den oben bereits erwähnten Medikamenten Tamiflu und Relenza besprochen. Dies macht Sinn wenn die Symptome vor weniger als 48 Stunden begonnen haben.
Wird eine „neue Influenza“ diagnostiziert oder besteht ein dringender Verdacht, ist der Arzt verpflichtet, eine Meldung an das zuständige Gesundheitsamt durchzuführen. Hier werden dann weitere Maßnahmen wie z. B. Überwachung von Kontaktpersonen, Quarantäne usw. festgelegt.

In diesen Tagen werden die ersten Impfstoffe gegen die „neue Influenza“ ausgeliefert. Da in den Medien derzeit viel über die Impfung diskutiert wird, wollen wir Sie über das Für und Wider informieren.
Bei der offiziellen Impfempfehlung ist zunächst zu beachten, dass es keine grundsätzliche Impfempfehlung für alle Personen über 60 Jahre gibt, wie dies bei der saisonalen Influenza der Fall ist. Allerdings sollen Personengruppen geimpft werden, bei denen ein besonders schwerer Krankheitsverlauf oder ein hohes Ansteckungsrisiko zu erwarten ist. Zu diesen Risikogruppen werden Säuglinge bis 6 Monate, Schwangere, Patienten mit chronischen Grunderkrankungen und Beschäftigte im medizinischen Bereich gezählt. Nach Meinung der Impfexperten wird die Rate der Neuerkrankungen durch die Impfung verringert und damit auch die Zahl der Todesfälle.

Mit Sorge nimmt das Quali-Net O. allerdings die steigende Zahl von Veröffentlichungen zur Kenntnis, die sich mit dem Risiko von Nebenwirkungen befassen. Zum Beispiel wird behauptet, dass es nur unzureichende Untersuchungen über die Wirksamkeit des Impfstoffes gäbe. Auch würden die in Deutschland überwiegend vertriebenen Impfstoffe Wirkverstärker enthalten, deren Nebenwirkungen unzureichend getestet seien. Beschwerden wie Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Krankheitsgefühl sowie Magen-Darmstörungen wären deutlich häufiger zu erwarten als bei Impfung gegen die normale Grippe. Zweifellos ist die Impfung für die behandelnden Ärzte auch ein organisatorisches Problem. Beim Öffnen einer Packung müssen nämlich immer Impfstoffe für 10 Personen angemischt und innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden, weshalb viele Hausärzte das Impfen den Gesundheitsämtern überlassen.

Als verantwortungsvoll und qualitätsorientiert arbeitende Ärzte im Quali-Net O. sind wir der Meinung, dass die offizielle Impfempfehlung insgesamt nicht unkritisch umgesetzt werden sollte. Gerade bei Schwangeren und Kindern empfehlen wir, im Einzelfall zu prüfen, ob erhöhte Gefahr von Nebenwirkungen bestehen und welcher Impfstoff ggf. verwendet wird.
Liebe Patienten, die Entscheidung für oder gegen die Impfung bleibt zwar letztlich immer in Ihrer eigenen Verantwortung, wir aber werden Sie gerne ausführlich und individuell beraten.

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